Sichere Prozesse durch Digitale Logistik

Forschung und Entwicklung im Kompetenzfeld Materialflusstechnik und -systeme

Mobile Objektidentifikation mit dem RFID-Armband

Einen wesentlichen Bestandteil RFID-basierter Infrastrukturen stellen mobile Geräte zur dezentralen Datenerfassung und -kommunikation dar. Hierfür wurde das RFID-Armband – speziell für Anwendungen mit direkter Handhabung von Gütern, wie z.B. Kommissionier- und Montageprozesse entwickelt. Objekte oder Greifbereiche können somit schnell und automatisch im Handlingsprozess identifiziert werden. Durch das Lesen mit »freien Händen« werden zusätzliche Prozessschritte, wie bei der Prozessbestätigung mit Handheld-Readern, vermieden.

RFID-Armband zur mobilen Objekt-Identifikation im Handlingsprozess

Das RFID-Armband ist ein mobiler Reader der am Handgelenk getragen wird. Das System besteht aus dem Readermodul mit integriertem UHF-RFID-System (Frequenzband ETSI 865,6 bis 867,6 MHz), Antenne, Wechselakku und Funkschnittstelle zur Datenübertragung sowie einer personalisierbaren Manschette. Durch die Manschette sind Tragekomfort und Hygiene für den einzelnen Mitarbeiter gewährleistet. Das Readermodul kann (z.B. beim Schichtwechseln) zwischen verschiedenen Mitarbeitern übergeben werden.

Nutzung standardisierter Funkschnittstellen

Zur Anbindung des RFID-Armbands an übergeordnete Systeme wird der Industriefunkstandard ZIGBee genutzt. Neben hoher Energieeffizienz ist dadurch vor allem ein schneller Verbindungsaufbau zwischen RFID-Armband und übergeordneten Arbeitsplatzrechnern gewährleistet. Dort werden durch speziell zugeschnittene Softwarelösungen für den jeweiligen Anwendungsfall weiterführenden Funktionen, wie z.B. die Dokumentation von Umschlagprozessen oder die Überprüfung von Greifoperationen im Montageprozess abgebildet.

Vorteile des RFID-Armbands

  • sicheres Lesen von RFID-Transpondern mit »freien Händen« im Arbeitsprozess
  • ergonomisches Design durch personalisierbare Manschette und Integration von Reader, Funkschnittstelle und Batterie im Readermodul
  • verkürzte Durchlaufzeiten durch automatische Güteridentifikation im Handlingsprozess
  • Nutzung standardisierter Funkschnittstellen zur Kommunikation mit zentralen Systemen, wie z.B. Leitständen
  • kundenindividuelle Anpassung der Hard- und Software durch das Fraunhofer IFF als Entwicklungspartner

 

Kundenindividuelle Anpassungen als RFID-Handschuh

© Foto Dirk Mahler, Fraunhofer IFF

Neben der Bauform mit integrierter Antenne am Handgelenk kann das mobile Reader-System auch als RFID-Handschuh kundenindividuell angepasst werden. In diesem Fall ist die Leseantenne in der Handinnenseite des Handschuhs integriert. Somit ist im Rahmen von Greifprozessen eine noch gezieltere Identifikation von einzelnen Objekten im Nahfeldbereich möglich.