Pressemitteilung

Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF

Galileo-Testfeld Sachsen-Anhalt auf dem 28. Deutschen Logistik Kongress

Elektromobilität, intelligente Wechselbehälter und eine sichere Fashion-Logistik für die Innenstadt. Auch für die Innenstadtlogistik gilt: Sie muss ökologischer und effizienter werden. Modernste Konzepte, wie neue Lösungen für Elektromobilität in der Logistikbranche oder zuverlässige Artikelsicherung und Warenverfolgung mit RFID, zeigen, wie diese Zukunft aussehen könnte. Das Magdeburger Fraunhofer IFF stellt auf dem 28. Deutschen Logistik Kongress einige dieser Entwicklungen vor.

Kleine Elektrotransporter, die in schnell auswechselbaren Containern Produkte durch die Stadt transportieren, die Ware mit komplexer Sensorik überwachen und die ihre Batterien »on-the-fly« wechseln – Am Fraunhofer IFF in Magdeburg werden verschiedene Konzepte entwickelt, mit denen die Güterverteilung in Städten effizienter und umweltfreundlicher werden soll. Auf dem 28. Deutschen Logistik Kongress, vom 19. bis 21. Oktober 20011 in Berlin, werden verschiedene dieser neuen Anwendungen vorgestellt. Einige haben bereits den Weg in die Praxis gefunden.

Elektrotransporter mit großer Reichweite

Professor Michael Schenk, Institutsleiter des Fraunhofer IFF, sieht großen Entwicklungsbedarf bei den innerstädtischen Wirtschaftsverkehren. »Sicher ist, dass sich die Innenstadtlogistik weiterentwickeln muss, wenn sie heutigen, erst recht aber zukünftigen Anforderungen gerecht werden will. Dazu gehören größere Effizienz, mehr Transparenz, mehr Sicherheit, aber auch weniger Lärm- und Abgasemissionen.«

Am neuen Galileo-Testfeld Sachsen-Anhalt, in dem auch das Fraunhofer IFF maßgeblich forscht, werden zu dem Zweck immer neue Anwendungen entwickelt. Ein Beispiel ist das Konzeptfahrzeug für einen elektrisch betriebenen Kleintransporter mit Wechselbehälter, dessen Kombination zweier neuer Technologien gleich verschiedene Probleme löst. Zum einen wird die Innenstadt von großvolumigen Lieferverkehren entlastet. Gleichzeitig wird durch die Nutzung elektrischer Antriebstechnik die Umweltbelastung reduziert. Der Clou bei der kombinierten Anwendung der Technologien ist die Batterie, die in die einzelnen Wechselbehälter integriert ist und nach dem Abladen beim Kunden stets neu geladen wird. Mit jedem Containerwechsel erhält der flexible Elektrotransporter damit neue Energie, wodurch sich dessen Reichweite deutlich erhöht.

RFID-Einsatz in der Textil-Logistik

Neben der wichtigen Umweltverträglichkeit sind auch eine größere Effizienz und die Sicherheit von Gütertransporten von großer Bedeutung. Dafür wurden am Fraunhofer IFF neue Funk- und RFID-Anwendungen zur durchgängigen Überwachung von Logistikprozessen entwickelt. Das Institut aus Magdeburg hat sich mit seinen Lösungen bereits als Technikpartner in der Textil-Branche etabliert. So baut Bekleidungsproduzent Gerry Weber als erstes Textil-Unternehmen in Deutschland auf den durchgängigen Einsatz von RFID-Transpondern in der Logistikkette. Für die Überwachung jedes einzelnen Kleidungsstücks von der Produktion bis ins Verkaufsregal setzen Logistikdienstleister des Modehauses auf die neuen RFID-Tunnelgates des Fraunhofer IFF. Die geplanten RFID-Rollouts weiterer Modeketten werden den Transponder über die Warensicherungsfunktion hinaus zunehmend auch zur Optimierung der shopinternen Logistikvorgänge nutzen. Hier entwickelt das Fraunhofer IFF bereits mit weiteren Partnern Lösungen, um Effizienz und Sicherheit der RFID-basierten Logistikkette in der Textil-Branche weiter zu steigern.

Über das Galileo-Testfeld Sachsen-Anhalt

Das Entwicklungslabor und Testfeld für Ortung, Navigation und Kommunikation in Verkehr und Logistik (GALILEO-TESTFELD SACHSEN-ANHALT) ist das Referenzprojekt der Landesinitiative Angewandte Verkehrsforschung / Galileo-Transport des Landes Sachsen-Anhalt. Das Testfeld zählt zu den modernsten Integrationsplattformen und Testumgebungen für angewandte Verkehrs- und Logistikforschung in Deutschland.

Unter der Leitung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickelt das Fraunhofer IFF hier gemeinsam mit weiteren Partnern und Forschungseinrichtungen neue Anwendungen zu den Schwerpunkten »Kommunikation und Verkehr«, »Telematik und Logistik« sowie »Navigation und Verkehr«, von denen einige auf dem 28. Deutschen Logistik Kongress in Berlin vorgestellt werden.

Zu den beteiligten Partnern des Galileo-Testfelds Sachsen-Anhalt zählen, neben dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das Institut für Automation und Kommunikation e. V. (ifak) Magdeburg, die Hallesche Verkehrs-AG und der Satelliten Navigation Sachsen-Anhalt e. V. (SANASA e. V.).