Pressemitteilung

Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF

Null-Fehler-Produktion – Modellbasierte visuelle Assistenz- und Prüftechnologien für die Montage

Eine Produktion ohne Fehler, das ist ein erklärtes Ziel industrieller Herstellungsprozesse. Der Qualitätssicherung kommt darum eine besondere Aufgabe zu. Das Fraunhofer IFF aus Magdeburg stellt auf der diesjährigen Automatica in München neuartige optische und virtuelle Mess- und Prüfsysteme für die variantenreiche Fertigung vor. Die neuentwickelten Technologien vergleichen die realen Endprodukte mit ihrem digitalen Modell und spüren selbst kleinste Abweichungen auf.

Die helfende virtuelle Hand

Bei manuellen Montageprozessen mit hoher Komplexität und Variantenvielfalt existiert ein potenzielles Risiko für Montagefehler. Um das zu reduzieren, haben die Forscher des Fraunhofer IFF in Magdeburg ein »visuelles Assistenzsystem« entwickelt, das Monteure während des Arbeitsprozesses in Echtzeit virtuell anleiten und Arbeitsergebnisse prüfen kann.

»Wir setzen dafür ein Augmented-Reality-System ein, bei dem reale Kamerabilder des Arbeitsplatzes auf einem darüber angebrachten Bildschirm mit digitalen Modelldaten hochpräzise ergänzt werden. So kann der Monteur fehlerfrei und schnell Bauteilgruppen montieren und kann die Qualität seiner Arbeit unmittelbar kontrollieren«, erklärt Dirk Berndt, Leiter des Geschäftsfelds Mess- und Prüftechnik am Fraunhofer IFF in Magdeburg. »Zusätzlich können hilfreiche Informationen beispielsweise zur Reihenfolge der Montageschritte, zu Bauteiltypen oder zu Schraubenanzugsmomenten eingeblendet werden. Das spart Zeit und verhindert Produktionsfehler.« Diese Lösung, die auf der Automatica 2012 in Halle B3, Stand 510, präsentiert wird, eignet sich besonders für manuelle Montageprozesse mit hoher Variantenvielfalt und häufig wechselnden Montageaufgaben und ist damit ideal für die Kleinserien- und Prototypenfertigung.

Modellbasierte Vollständigkeitsprüfung – Damit alles dort ist, wo es hingehört!

Zum Aufspüren von Restfehlern in der Fertigung stellen die Experten des Fraunhofer IFF zudem ein neuartiges Verfahren für die »modellbasierte Vollständigkeitsprüfung« vor. Das hierbei eingesetzte optische Messsystem vergleicht die real montierten Teile oder Baugruppen mit ihren vorliegenden CAD-Daten. Zusätzlich fließen auch Modellbeschreibungen von repräsentativen Fehlern und eine modellhafte Beschreibung der Messanordnung in die Prüfung ein. So erkennt das System ohne Einlernprozess Abweichungen zwischen den Konstruktionsdaten und dem Prüfergebnis der Montagesituation. Die Technologie ermöglicht flexible Lösungen, beispielsweise zur Prüfung von Anwesenheit, Richtigkeit und Position in der Montage, sowie das Messen von geometrischen Informationen. Besonderes Augenmerk legen die Forscher hierbei auf das schnelle und sichere Erkennen von falsch montierten oder fehlenden Bauteilen.