Fraunhofer IFF in Sachsen-Anhalt
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF
1990 bis 1991: Fraunhofer kommt nach Sachsen-Anhalt
Frühzeitig mit der Wiedervereinigung Deutschlands hat sich die Fraunhofer-Gesellschaft zu ihrer politischen Verantwortung für den Aufbau einer anwendungsorientierten, wirtschaftsnahen Forschungslandschaft in den neuen Bundesländern bekannt. Dabei war die Strategie, auf bereits Bestehendem aufzubauen beziehungsweise Neues unter Beachtung der wirtschaftsstrukturellen regionalen Bedingungen zu schaffen.
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- Messestand des Schwermaschinenbaukombinats SKET in der Messehalle 7 der Leipziger Frühjahrsmesse 1983.
© Thomas Lehmann, Deutsches Bundesarchiv, Bild 183-1983-0316-104, CC-BY-SA
Magdeburg als Standort des Schwermaschinen- und Anlagenbaus mit einem ausgewiesenen Forschungszentrum, der FER Ingenieurgesellschaft für Automatisierung GmbH Magdeburg, und der Technischen Universität »Otto-von-Guericke«, mit einer profilbestimmenden Fakultät für Maschinenbau, war prädestiniert für ein produktionstechnisch orientiertes Fraunhofer-Institut.
Prof. Eberhard Gottschalk ist der Fraunhofer-Gesellschaft als namhafter Wissenschaftler und Hochschullehrer bekannt. Gemeinsam mit dem Direktor des FER, Dr. Klaus Hieckmann, und dem Rektor der TU Magdeburg, Prof. Theßmer, erarbeitet er eine tragfähige Konzeption für den Aufbau eines Fraunhofer-Instituts am Standort Magdeburg.
1991 präsentiert Prof. Gottschalk das Konzept der FhG-Arbeitsgruppe erfolgreich der Fraunhofer-Gesellschaft.
1992 bis 1996: Das Fraunhofer IFF etabliert sich in der Forschungslandschaft
Als Ergebnis der erfolgreichen Präsentation des Konzepts zur Errichtung eines Fraunhofer-Instituts in Magdeburg wird am 1. Januar 1992 die Fraunhofer-Einrichtung für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF gegründet. Unter der Leitung von Prof. Gottschalk nimmt die zunächst befristete Einrichtung ihre Arbeit auf.
Die Befristung – ursprünglich bis zum 30. Juni 1994 – wird 1993 vorzeitig aufgehoben. Die Fraunhofer-Einrichtung wird zum eigenständigen Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF.
Prof. Gottschalk übergibt die Leitung des jungen Instituts 1994 an Prof. Hermann Kühnle, geschäftsführender Institutsleiter, und Prof. Michael Schenk, Institutsleiter.
Auch die Räumlichkeiten in der Elbstraße 3–5 stellen nur eine Übergangslösung dar. Nach der Ernennung zu einem Fraunhofer-Institut beginnen die Planungen für den Neubau eines Institutsgebäudes. Die Grundsteinlegung zum Hauptgebäude des Fraunhofer IFF in der Sandtorstraße 22 erfolgt am 19. Juni 1996.
Die Geschäftsbereiche Informations-, Logistik- und Automatisierungssysteme des Fraunhofer IFF erweitern sich zwischen 2000 und 2001 auf mehrere Standorte in Magdeburg (Rogätzer Straße, Listemannstraße und Breitscheidstraße) und Braunschweig (Hermann-Blenk-Straße).
2002 bis 2006: Der Forschungsstandort Magdeburg wächst – das VDTC kommt
Das Fraunhofer IFF feiert 2002 sein 10-jähriges Bestehen.
Im gleichen Jahr übernimmt Prof. Michael Schenk die Gesamtleitung des Magdeburger Fraunhofer-Instituts.
Der erste Spatenstich für das Virtual Development and Training Centre VDTC ist noch nicht getan, aber die Wissenschaftler haben sich bereits internationale Anerkennung erarbeitet. Für das Modellprojekt VDTC-ProDiMA werden sie mit dem »European Regional Innovation Award«, einem bedeutenden Innovationspreis der europäischen Kommission, geehrt. Die Jury würdigt damit die beispielhafte Übertragung neuester Forschungsergebnisse in kleine und mittelständische Unternehmen der Region.
Der symbolische Spatenstich für das Virtual Development and Training Centre VDTC findet am 15. November 2004 statt. Durchgeführt wird er durch Dr. Horst Rehberger (Wirtschaftsminister und Innovationsbeauftragter des Landes Sachsen-Anhalt), Prof. Schenk (Institutsleiter des Fraunhofer IFF), Dr. Lutz Trümper (Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg) und Dr. Joachim Welz (Abteilungsleiter Wissenschaft, Hochschulen und Forschung des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt).
Am 22. November 2006 – nur zwei Jahre nach dem Spatenstich – wird das Virtual Development and Training Centre VDTC eröffnet. Im Wissenschaftshafen Magdeburg betreibt das Fraunhofer IFF anwendungsorientierte Forschung auf dem Gebiet des Digital Engineering zum Planen, Testen und Betreiben technischer Systeme.
Das frisch eingeweihte Virtual Development and Training Centre VDTC ist 2006 ein »Ausgewählter Ort« bei der Kampagne »Deutschland – Land der Ideen«.
Zusätzlich zum Hauptgebäude des Fraunhofer IFF in der Sandtorstraße 22 steht im Virtual Development and Training Centre VDTC in der Joseph-von-Fraunhofer-Straße 1 nun ein Grundstück von 8.975 m² zur Verfügung. Die Wissenschaftler im VDTC nutzen Büros und Labore auf einer Fläche von 2.755 m². Kernstück der Institutserweiterung ist das 360-Grad-Laserprojektionssystem Elbe Dom.
2007 bis 2011
2007 feiert das Fraunhofer IFF sein 15-jähriges Bestehen.
Die Bekanntgabe durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF erfolgt auf den 11. IFF-Wissenschaftstagen 2008: Die Innovationsallianz Virtuelle Techniken startet mit drei Verbundprojekten: AVILUS, AVILUSplus und ViERforES. An allen drei Projekten ist das Fraunhofer IFF beteiligt.
Die Fraunhofer-Gesellschaft feiert 2009 Geburtstag. Vor 60 Jahren – am 26. März 1949 – wurde die Fraunhofer-Gesellschaft in München gegründet. Namensgeber ist der als Forscher, Erfinder und Unternehmer gleichermaßen erfolgreiche Münchner Gelehrte Joseph von Fraunhofer (1787–1826).
Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und das Fraunhofer IFF gründen am 30. März 2009 gemeinsam das Center for Digital Engineering CDE. Die Wissenschaftler beider Einrichtungen treiben in dem neuen Hochschulzentrum die Forschung und Entwicklung virtueller Techniken voran.
Seit zehn Jahren kooperiert das Fraunhofer IFF mit Partnern aus aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Asien. Dabei ist es vor allem unsere Expertise in der Logistik, den erneuerbaren Energien und dem Nachhaltigkeitsmanagement, die unsere asiatischen Partner interessiert. Am 25. August 2009 intensiviert das Magdeburger Fraunhofer-Institut diese Aktivitäten und eröffnet eine Außenstelle in Bangkok, Thailand, unter der Leitung von Ralf Opierzynski.
Das Entwicklungslabor des Galileo-Testfelds Sachsen-Anhalt wird am 10. März 2010 an der Otto-von-Guericke-Universität eröffnet. Es ist das einzige Entwicklungslabor für Ortung, Navigation und Kommunikation in Verkehr und Logistik in Deutschland. Künftig werden hier modernste satellitengestützte Anwendungen für die Verkehrs- und Logistikbranche, den öffentlichen Nahverkehr, die Telematik und die funkgestützte Kommunikation getestet und weiterentwickelt. Regionale Partner der Universität Magdeburg beim Betrieb des Testfelds sind das Fraunhofer IFF, das Institut für Automation und Kommunikation ifak, die Hallesche Verkehrs-AG HAVAG, die Stadt Magdeburg und die Magdeburger Hafen GmbH.
Die Beteiligten des Verbundprojekts ViERforES des Fraunhofer IFF und die Mitarbeiter des Centers for Digital Engineering, einem Hochschulzentrum der Universität Magdeburg, rufen gemeinsam den Masterstudiengang Digital Engineering ins Leben. Studierende mit einem Bachelorabschluss aus einem ingenieurwissenschaftlichen Bereich oder der Informatik können sich erstmals zum Sommersemester 2011 für diesen Aufbaustudiengang bewerben. Vermittelt werden Kenntnisse für die Entwicklung, Konstruktion und den Betrieb komplexer, technischer Produkte und Systeme mittels virtueller und erweiterter Realität.
2012
2012 feiert das Fraunhofer IFF das 20. Jahr seines Bestehens.
Joseph von Fraunhofer, Namenspatron der Fraunhofer-Gesellschaft, würde am 6. März seinen 225. Geburtstag feiern.
Der gebürtige Straubinger Joseph von Fraunhofer gilt als Begründer der wissenschaftlichen Methodik im Bereich Optik und Feinmechanik. Seine Entdeckung der Spektrallinien im Sonnenlicht revolutionierte die Optik und legte den Grundstein für die Spektroskopie. Anlässlich seines 225. Geburtstags wird er mit einer Sonderbriefmarke geehrt.
Die Fraunhofer-Experten Pater Leo Weber und Carl R. Preyß geben im Video einen Einblick in sein Leben und seine Wirkungsstätte im Kloster Benediktbeuern:




























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