Messen und Prüfen direkt im Prozess

Forschung und Entwicklung im Geschäftsfeld Mess- und Prüftechnik

Dermatologischer Ganzkörperscanner

Gerade im Sommer gehört es für viele Menschen zum Lebensstil, ihre Haut in der Sonne zu bräunen. Doch ungeschütztes Sonnenbaden ist mit Risiken verbunden, denn zu viel Sonne kann eben auch schaden und ein Auslöser für Hautkrebs sein. Die Zahl der Hautkrebspatienten hat weltweit in den vergangenen Jahren bereits dramatisch zugenommen und ein weiterer Anstieg ist prognostiziert. Dermatologen und Krankenkassen drängen daher seit langem auf eine verbesserte Hautkrebsdiagnostik.

Die Untersuchung des Hautarztes im Rahmen einer Hautkrebsvorsorge einschließlich der Dokumentation der Ergebnisse ist eine zeit- und personalaufwendige Aufgabe und damit auch kostenintensiv. Das erneute Auffinden einmal erkannter Auffälligkeiten und die objektive Bewertung von Veränderungen bei Folgeuntersuchungen sind insbesondere bei einer hohen Anzahl von Pigmentveränderungen nur in begrenztem Rahmen möglich. Hierfür ist moderne technische Unterstützung erforderlich.

Der Prototyp des dermatologischen Ganzkörperscanners wurde im Rahmen eines geförderten Forschungsvorhabens gemeinsam mit der Magdeburger Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie und den Medizintechnikunternehmen Dornheim Medical Images GmbH und Hasomed GmbH entwickelt.

© Fraunhofer IFF
© Fraunhofer IFF
© Fraunhofer IFF

Assistenzsystem Ganzkörperscanner

Der vom Fraunhofer IFF gemeinsam mit Partnern entwickelte dermatologische Ganzkörperscanner ist ein bildbasiertes Assistenzsystem, welches schnell und automatisiert die menschliche Hautoberfläche nahezu vollständig erfasst. Softwaregestützt werden die aufgenommenen Bilder automatisiert ausgewertet, Hautveränderungen erkannt und dokumentiert. Die medizinische Diagnose und Bewertung erfolgt jedoch weiterhin durch den Hautarzt.

Die Farbkalibrierung der bildbasierten Aufnahmetechnik sorgt für eine realitätstreue Wiedergabe der Farben und eine Standardisierung, eine wichtige Voraussetzung für die Bewertung von Hautveränderungen über der Zeit. Zusätzlich zu den Bildern werden 3D-Messdaten der Hautoberfläche erfasst und durch Verfahren der Datenfusion den Bildern zugeordnet. Hierdurch erhalten die Bilder eine exakte Maßstabsinformation und geometrische Veränderungen werden maßlich korrekt erfasst. Die dermatologischen Merkmale zur Beurteilung von Pigmenten wie Form, Berandung, Farbe, Größe und Veränderung werden anschließend für eine Klassifikation herangezogen. Mit Hilfe der 3D-Daten erfolgt zudem eine örtliche Zuordnung der Hautveränderungen für eine spätere erneute Lokalisierung auf der Körperoberfläche. Die Untersuchungsergebnisse werden in einer Patientenakte dokumentiert und dem Hautarzt bereitgestellt. Assistenzfunktionen zeigen dem untersuchenden Arzt auffällige Hautregionen und Veränderung zum letzten Körperscan. Eine deutliche Verkürzung der Untersuchungszeit, eine lückenlose Dokumentation und Verlaufskontrolle bei Folgeuntersuchungen sind das Resultat.