Messen und Prüfen direkt im Fertigungsprozess

Forschung und Entwicklung im Geschäftsfeld Mess- und Prüftechnik

Automatisierte Erfassung von Rissen in Betonflächen (Risskartierung)

Stahlbeton ist zur Errichtung von Bauwerken ein idealer, kostengünstiger und nahezu überall verwendeter Baustoff. Als Verbundwerkstoff kombiniert er die positiven Eigenschaften von Beton, einem druckstabilem Medium, und Stahl, der als Bewehrung für die notwendige Zugstabilität sorgt. Bauwerke unterliegen nicht der Serienproduktion. Daher ist eine Serienqualität nicht vorhanden und eine Qualitätsüberwachung bei der Herstellung nur bedingt möglich. Parameter wie Wind, Wärme, Feuchtigkeit, Temperatur, unterschiedliche Verdichtung und Entmischung beeinflussen die Herstellung vor Ort. Mängel und anschließende Schäden können die Folge sein.

Sowohl bei der Herstellung von Betonbauteilen als auch durch dynamische Krafteinwirkungen können Risse im Beton entstehen, die im Zeitverlauf zudem wachsen können. Werden die zulässigen Rissbreiten eingehalten, sind die Risse im Regelfall unbedenklich. Sie sind trotzdem ein erster Indikator für Schädigungen. Bei frühzeitiger Erkennung können Sanierungsmaßnahmen ergriffen sowie Folgeschäden mit gegebenenfalls hohen Instandsetzungskosten vermieden werden.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Systems zur objektiven und zuverlässigen Dokumentation des Zustandes von Stahlbeton anhand äußerlich sichtbarer Merkmale. Hierzu werden Risse auf Betonflächen kamerabasiert erfasst, im Bauwerk präzise lokalisiert und hinsichtlich ihrer Eigenschaften bewertet. Das System soll dazu teilautomatisiert arbeiten und auch große Flächen in feiner Detaillierung erfassen können.

Die Dokumentation erfolgt kompatibel zu den aktuellen Standards der Bauwerksdatenmodellierung (BIM, Building Information Modeling). Gutachter und Bauherren erhalten durch die einfache Übernahme der Dokumentationsergebnisse in das digitale Modell des Bauwerks die Möglichkeit über dessen Lebenszyklus hinweg notwendige Sanierungen zu planen und deren Wirkung zu bewerten.

 

Partner: IFSB Institut für Schadensbewertung GmbH

Projektlaufzeit: 01.02.2017 - 31.01.2019

Dieses Projekt wird durch das Land Sachsen Anhalt und die Europäische Kommission gefördert. Projektträger ist die Investitionsbank Sachsen Anhalt.