Forschung und Entwicklung im Geschäftsfeld Virtual Engineering

Durchgängige Produktentwicklung im Sondermaschinenbau für KMU (EMELI)

Das entscheidende Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit von Maschinen- und Anlagenbauern besteht in der Fähigkeit, technisch anspruchsvolle und risikoreiche Projektentwicklungen in immer kürzerer Zeit, mit möglichst geringen Kosten und bei hoher Qualität zu realisieren. Eine große Hürde ist hierbei nach wie vor, dass die Daten der einzelnen Entwurfssysteme  (Mechanik, Elektrik, Steuerung etc.) isoliert nebeneinander und ohne Bezug zueinander stehen. Das zieht manuelle Arbeitsaufwände nach sich, vor allem bei der Konsistenzsicherung und der Datenübergabe von einer Applikation zur nächsten.

© Fraunhofer IFF

Hier setzt der Engineering Model Linker (EMELI) mit folgenden Kernaufgaben an:

  • Bündelung von Informationen, die in verschiedensten Engineeringsystemen vorliegen
  • Anwendungsübergreifender Aufbau semantischer Bezüge zwischen den Informationen
  • Durchgängige Bereitstellung der Informationen
  • Konsistenzsicherung, auch bei iterativen Entwicklungsschritten
© Fraunhofer IFF

Beispiel Pneumatikzylinder - Globale Sicht auf die Informationen aus den versch. Applikationen.

Dazu werden automatisiert relevante, anwendungsspezifische Daten (nicht Dateien) in einer Datenbank abgelegt und dort zu Daten anderer Anwendungen in Beziehung gesetzt. So entsteht eine globale Sicht auf die Maschine, über die Grenzen der einzelnen  Entwurfssysteme hinweg.

Der besondere Anspruch von EMELI ist dabei die Systemoffenheit, das heißt es können beliebige Engineeringsysteme angebunden werden, was folgende Vorteile bietet:

  • Weiternutzung der im Unternehmen vorhandenen Applikationen und Datenbestände
  • Unterstützung einer schrittweisen Einführung von EMELI im Unternehmen
  • Zukünftige Erweiterbarkeit ist gegeben.

EMELI ist derzeit in Entwicklung, konnte jedoch schon in wichtigen Teilen erfolgreich in Kundenprojekten (z.B. SideCut) eingesetzt werden. Ein Ziel war es hierbei, den Informationsfluss von der Konstruktion zur Steuerungsentwicklung entscheidend zu verbessern, sodass die Steuerungsentwicklung, in Verbindung mit der virtuellen Inbetriebnahme sehr früh beginnen und konsistent zur fortschreitenden Konstruktion stattfinden konnte.

Die Arbeiten wurden durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Sachsen-Anhalt (Projekt De-VIP: 1204/00095) unterstützt.