Handmontage wird digital

Pressemitteilung / 14.6.2017

Anwender, Hersteller und Forscher starten Dialog zur Gestaltung von Assistenzsystemen für manuelle Montageprozesse.

© Foto Fraunhofer IFF, Dirk Mahler

Montageprozesse sollen künftig durch digitale Assistenzsysteme begleitet und damit effizienter werden.

Verkürzte Innovationszyklen und ein zugleich wachsendes Bedürfnis der Kunden nach individuellen Produkten – diesen Herausforderungen muss sich auch die Montage stellen. Der VDMA initiierte deshalb einen Arbeitskreis zum Thema »Handmontage wird digital«, in dem aktuelle Anforderungen an die Handmontage, Potentiale digitaler Assistenzsysteme und die Herausforderungen für die Gestaltung und Etablierung dieser Systeme am Montagearbeitsplatz diskutiert werden.

Die wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Fertigung von Produkten in einer hohen Variantenvielfalt in Klein- und Kleinstserien, teilweise bis Losgröße 1, war Anlass für Anwender, Hersteller und Forscher im Themenfeld der Montage, einen gemeinsamen Dialog zu starten.

»Industrie 4.0 ist nicht gleichzusetzten mit einer vollautomatisierten, menschenleeren Fertigung, sondern vielmehr die Fusion von Mensch und Technik. Die digitalisierte Handmontage kann hierbei ihr volles Potenzial entfalten, indem sie die menschlichen und technischen Fähigkeiten miteinander sinnvoll kombiniert«, erläuterte Etienne Axmann, Leiter VDMA Integrated Assembly Solutions. Wolfgang Mahanty, Geschäftsführer der OPTIMUM datamanagement solutions GmbH, sieht in einem solchen Arbeitskreis vor allem das Potenzial, dass Anwender, Hersteller und Forscher ein einheitliches Prozessverständnis entwickeln und Synergien für die anstehenden Herausforderungen schaffen.

Impulsvorträge von Dr. Axel Korge (Fraunhofer IAO) und Dr.-Ing. Dirk Berndt (Fraunhofer IFF) gaben auf der Kick-off-Veranstaltung des Arbeitskreises einen Einblick in Zukunftsszenarien zur Gestaltung von Montageprozessen und modellbasierte Methoden für eine flexible Assistenz und Prüfung in der Montage.

Das Thema der digital unterstützten Handmontage wurde von den Teilnehmern aus den Perspektiven Mensch, Technik und Nutzen diskutiert. Schnell wurde dabei deutlich, dass nicht die Technologie im Mittelpunkt der Betrachtungen steht, sondern vielmehr die Gestaltung der Arbeitsprozesse unter Einsatz von Assistenzsystemen mit einer geeigneten Mensch-Maschine-Schnittstelle. Die Förderung der Akzeptanz bei den zukünftigen Anwendern und die Bewertung des Nutzens von Assistenzlösungen müssen von allen als Aufgabe verstanden werden.

Dr. Mark Müser, Produktionsleiter der MANN+HUMMEL GmbH Werk Speyer: »Durch die Digitalisierung der Handmontage lassen sich gerade im Low Volume, high Mix Wettbewerbsvorteile erzielen. Technisch gibt es hierzu bereits vielfältige Möglichkeiten und weitere befinden sich in der Entwicklung. Für uns besteht die zentrale Herausforderung dabei darin, ausgehend von einer konkreten betrieblichen Problemstellung, die jeweils passende Lösung auszuwählen, diese in unsere Prozesse zu integrieren und die Anwender mitzunehmen.«

Diese Inhalte sollen in weiterführenden Veranstaltungen vertieft und als Handlungsempfehlungen in Form eines White Papers veröffentlicht werden.