Neues Forschungsprojekt will den Weg für mehr Robotersicherheit ebnen

6.3.2018

Der Einsatz kollaborierender Roboter ist mit großen Herausforderungen in Sachen Sicherheit verbunden. Im Rahmen des von der Europäischen Kommission finanzierten Forschungsprojekts COVR haben sich fünf Forschungs- und Technologieeinrichtungen zum Ziel gesetzt, die bestehenden Hindernisse zu überwinden.

© Danish Technological Institute

Solange Sicherheitsvorschriften nicht leicht zugänglich, verständlich und anwendbar sind, kommt der Einsatz kollaborierender Roboter in vielen Branchen nicht zustande.

Eines der Hauptziele des Projekts besteht daher darin, ein einheitliches Framework für die Sicherheitsüberprüfung kollaborierender Roboter bereitzustellen, welches nach EU-Richtlinien und -Standards organisiert und für jedermann zugänglich ist.

»Kollaborierende Roboter sind keine Zukunftsmusik. Es gibt bereits marktreife Technologien«, sagt Projektkoordinator Kurt Nielsen vom DTI Center for Robot Technology in Dänemark und fährt fort: »Ein Hauptgrund, warum wir nicht mehr echte Cobots im Einsatz sehen, ist die Komplexität der Sicherheitszertifizierung. Bei so vielen verschiedenen Richtlinien, Regeln und Vorschriften, gibt es viele Zweifel und Unsicherheiten darüber, welche Tests notwendig sind, um einen ›sicheren‹ kollaborierenden Roboter zu garantieren. Wir müssen die Validierungsmethoden – und den gesamten Sicherheitsansatz – auf eine Art und Weise harmonisieren, die von allen wichtigen Interessengruppen akzeptiert wird.«

José Saenz vom Fraunhofer IFF in Deutschland stimmt dem zu und ergänzt, dass nicht genügend Menschen die Sicherheitsstandards in Bezug auf Robotik kennen und verstehen. »Es gibt keine etablierten Best Practices in Bezug auf die Sicherheitsüberprüfung für kollaborierende Robotik. Auch aus diesem Grund ist es für Unternehmen sehr schwierig, neue kollaborierende Roboter in ihre Einrichtungen zu bringen.«

Federico Vicentini vom CNR-Institut für Industrielle Technologien und Automatisierung in Italien weist darauf hin, dass selbst für die Spitzenreiter im Bereich der Kollaborationstechnologien, die Validierung noch immer ein großes Problem darstellt: »ISO-Komitees für Robotersicherheit haben gezeigt, dass die Entwicklung von Validierungsmethoden oberste Priorität hat, um den Anwendern bessere, genormte Anleitungen und Anforderungsprofile für Robotikanwendungen an die Hand zu geben. COVR wird eine Reihe umfassender, solider und in vielen Bereichen anwendbarer Testprotokolle für die Sicherheitsprüfung kollaborierender Roboteranwendungen entwickeln.«

Dabei kann jeder zur Entwicklung der Validierungsprotokolle beitragen. Alle Unternehmen und Einrichtungen mit einer Cobot-basierten Technologie können in drei Ausschreibungen einen sogenannten COVR-Award beantragen. Mit diesem COVR-Award werden Sie finanziell mit bis zu 60.000 Euro unterstützt, um Ihre Cobot-Komponenten oder Systeme zu entwickeln und zu testen. Die erste Ausschreibung wird im Herbst 2018 erfolgen.

  • COVR wird maßgeblich von fünf Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen gestützt:
    • dem Danish Technological Institute (DTI), 
    • dem Italian National Research Council (CNR-ITIA), 
    • dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Deutschland,
    • der French Alternative Energies and Atomic Energy Commission (CEA-LIST) und 
    • Roessingh Research and Development aus den Niederlanden.

Die FuE-Einrichtungen bieten dabei nicht nur die Expertise und Unterstützung ihrer Experten an, sondern auch Zugang zu Testeinrichtungen in ihren Sicherheitslaboren.

COVR wurde im Rahmen des Förderprogramms Horizon 2020 für Forschung und Innovation aus Mitteln der Fördervereinbarung Nr. 779966 gefördert.