ScanSpector – Automatisierter Frachtscanner kann manuelle Stückguterfassung ablösen

Presseinformation / 29.10.2019

In der Logistik werden Stückgüter vorwiegend noch manuell erfasst, wodurch Fehler in der Bemessung von Volumenkenngrößen oder höhere Versandkosten für den Kunden entstehen können. Durch ein neues Frachtinspektionssystem, welches das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF gemeinsam mit weiteren Partnern entwickelt hat, können Volumen und andere Sendungsdaten von Gütern künftig automatisch erfasst werden.

© Fraunhofer IFF, Viktoria Kühne

Die Säulen des Frachtinspektionssystem ScanSpector rechts und links enthalten ein Multisensorsystem. Sie erkennen Güter automatisiert nach relevanten Kenngrößen und machen eine individuelle, manuelle Erfassung überflüssig.

Bislang werden Güter, die von einem Ort zum anderen transportiert oder durch den Kunden als Paket in den Versand gegeben werden, nur stichprobenartig durch einen Bediener manuell erfasst. Die relevanten Volumenkenngrößen lassen sich dadurch nur mit erhöhtem Aufwand prozessorientiert ins Transportmanagementsystem integrieren. Dabei ist die genaue Erfassung der Dimensionen von Frachtgütern essenziell für die Planung der optimalen Beladung und die Reduzierung der Versandkosten.

Gemeinsam mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und den Industriepartnern Thorsis Technologies GmbH sowie der Viaboxx GmbH entwickelte das Fraunhofer IFF im Zuge des Forschungsprojekts »MultiSensor« ein 3D-Multisensorsystem zur Rundumerfassung und Echtzeitanalyse logistischer Objekte. Mit der Frachtinspektionssäule ScanSpector können künftig mittels mehrerer Tiefenbildsensoren Stückgüter auf dem Gabelstapler in Bewegung gescannt werden, um die Identität, die Abmessungen sowie das Aussehen zu erfassen und ein präzises 3D-Modell zu erstellen. So können ebenfalls Abweichungen vom gewünschten Sollzustand erkannt werden. Die Kompatibilität dieses Messsystems mit weiteren Technologien ermöglicht zudem die digitale Übertragung aller sendungsrelevanten Daten innerhalb weniger Sekunden ins Transportmanagementsystem, wodurch sich Effizienz und Geschwindigkeit der Vereinnahmung von Frachtsendungen deutlich optimieren lassen.

Der ScanSpector wurde nun erstmalig im Rahmen der Eröffnung eines neuen Frachtzentrums der DHL Freight am 13. September 2019 in Hannover-Langenhagen vorgestellt. Hier möchte das Unternehmen künftig auf einer Testfläche auch neue Technologien und Verfahren für die Logistik erproben.