Hugo-Junkers-Preis: Fraunhofer-Technologie für automatisierte Frachtvermessung gewinnt

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Bei der diesjährigen Verleihung des »Hugo-Junkers-Preises für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt 2020« gewann das Projekt »ScanSpector - Automatisierte Frachtvermessung in Produktion und Logistik« den ersten Preis. Die Innovation aus dem Fraunhofer IFF wurde als Sieger in der Kategorie »Innovativste Produktentwicklung/ Dienstleistungen/ Geschäftsmodelle« ausgezeichnet. Durch das Frachtinspektionssystem können Volumen und andere Sendungsdaten von Gütern künftig automatisch erfasst werden. Hiermit werden Versandkosten minimiert und die Planung der Beladung optimiert.

Automatisiertes Frachtinspektionssystem ScanSpector.

Im Bereich der Logistik wird das Volumen einer Fracht in der Regel  manuell bestimmt.  Die Maße werden mit Hilfe von Bandmaß oder Gliedermaßstab erfasst. Zwar gibt es automatische Systeme mit verfahrbaren Linienlasern. Doch diese sind kostenintensiv und stationär. »ScanSpector« folgt neuen Ansätzen zur Frachtvermessung. Das modular aufgebaute System ermittelt mit Hilfe von unterschiedlichen Scannern und Sensoren automatisch die Abmaße einer Fracht oder Palette, während diese an ihnen vorbeifährt. Gleichzeitig wird die Fracht identifiziert - per RFID, Barcode oder Klarschrifterkennung. Zentrales Element von ScanSpector ist eine Frachtinspektionssäule mit integrierten Tiefenbildsensoren. Sie scannt die vorbeifahrende Fracht permanent mit einer hohen Bildwiederholrate. So werden separat blickwinkelabhängige Tiefeninformationen ermittelt, inklusive der Farbwerte RGB. Aus diesen Informationen wird ein 3D-Gesamtbild der Fracht erstellt. Für einen vollständigen 3D-Scan werden zwei gegenüberstehende Säulen benötigt. Sie ermöglichen sowohl eine Rundum-, als auch eine Draufsicht. Mit diesem System können alle sendungsrelevanten Daten einer Fracht im laufenden Logistik-Prozess ohne zeitlichen Mehraufwand ermittelt und direkt an das Transportmanagementsystem weitergegeben werden. Zur Vervollständigung des Prozesses wird jedes Transporthilfsmittel, wie Gabelstapler, Hubwagen oder »Ameise«, mit 2D-Codes gekennzeichnet. So kann zusätzlich zur Wareninformation auch deren exakter Aufnahmepunkt bestimmt werden, unabhängig vom Kippwinkel, der aktuellen Position, Gabelhöhe und Fahrtrichtung.

Aus knapp 100 Bewerbungen schafften es insgesamt 21 in die Finalrunde des Hugo-Junkers-Preises 2020 und präsentierten ihre zukunftsfähigen Vorhaben. Am 29. März 2021 gratulierte Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Jürgen Ude den diesjährigen zwölf Preisträgern in vier Kategorien per Live-Stream aus dem Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) in Halle (Saale) in einer virtuellen Preisverleihung.

Staatssekretär Ude erinnerte in Anlehnung an den Flugzeugpionier Hugo Junkers daran, dass Sachsen-Anhalt schon immer ein Land mutiger und kreativer Ideengeber war. »Daran wollen wir gerade jetzt in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche anknüpfen«, erklärte Ude. »Wir wollen die Chancen nutzen, die sich insbesondere im Bereich der Zukunftstechnologien bieten.«

Seit knapp 30 Jahren lobt das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung den Innovationspreis aus. Mit dem »Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt« soll die Leistung innovativer Unternehmer/-innen und Wissenschaftler/-innen ausgezeichnet und ihre Arbeit unterstützt werden. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert. Gesucht wurden Unternehmen, die mit ihren Visionen, ihrem kreativen Denken sowie mit ihren innovativen Geschäftsmodellen und Strategien neue Produkte und Dienstleistungen für neue Märkte schaffen oder bestehende Märkte verändern. Bei den Projekten sollte es sich um marktreife Innovationen handeln.