BIM im Bundesbau einführen – Erfahrungen aus Projekten systematisch auswerten und nutzbar machen

Damit BIM im Alltag von Planung und Bau wirklich funktioniert, braucht es mehr als Vorgaben: Es braucht belastbare Erfahrungen aus echten Projekten – nachvollziehbar dokumentiert und objektiv bewertet.

Genau hier setzt die wissenschaftliche Begleitung an. Sie erhebt Daten entlang von Projektphasen, ermittelt Reifegrade der Projekte und übersetzt Erkenntnisse in praxistaugliche Arbeitshilfen. So können konkrete Fallbeispiele, Bausteine für Handbücher und oder standardisierte Kataloge, die die Umsetzung in erleichtert, entstehen.

BIM-Rollout braucht belastbare Praxisdaten

Der Bund ist als öffentlicher Auftraggeber für ein große Zahl an Bauvorhaben verantwortlich. Um die Planung und Umsetzung dieser Projekte langfristig effizienter zu gestalten, führen Bundesbehörden Building Information Modeling (BIM) als Methode für Bundesbauten ein. An der Einführung sind das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und das Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) beteiligt – in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).

Die Einführung koordiniert die beim Amt für Bundesbau Rheinland-Pfalz (ABB) angesiedelte Geschäftsstelle BIM (GS BIM). Sie tritt im Rahmen der Maßnahme als Vertreterin des BMI als Auftraggeberin auf. Grundlage ist der »Masterplan BIM für Bundesbauten«, der den Zeitplan für eine dreistufige Einführung ab 2022 festlegt. Damit die Einführung in der Praxis skaliert, braucht es strukturierte Datenerhebung und eine gemeinsame Bewertung: Sonst bleiben Erfahrungen oft lokal, subjektiv oder schwer vergleichbar. Das erschwert Standardisierung und einen sicheren Transfer in weitere Projekte. Auf dieser Basis wurden weitere Bausteine beauftragt: Umsetzungsstrategie und BIM-Handbuch, Wirkbetrieb wissenschaftliche Begleitung und Anwenderschulung. Mit der wissenschaftlichen Begleitung wurden das BIM-Institut der Bergischen Universität Wuppertal sowie die Fraunhofer-Institute IBP und IFF beauftragt.

Typische Bedarfslagen in solchen Einführungsprogrammen:

  • Erfahrungen aus Pilotprojekten sind vorhanden, aber nicht konsistent dokumentiert
  • Reifegrad wird diskutiert, aber nicht messbar und wiederholbar ermittelt
  • Arbeitshilfen entstehen, aber ohne saubere Rückkopplung aus dem Wirkbetrieb

Wissenschaftliche Begleitung entlang der Planungs- und Ausführungsphase

Im Projekt wurden ausgewählte Projekte im Wirkbetrieb, die sich in der Planungs- oder auch schon Ausführungsphase befanden, systematisch begleitet – von der Datenerhebung bis zur Auswertung. Ziel war eine objektive, anwendungsorientierte Bewertung der gesammelten Erkenntnisse.

Kernbausteine der Begleitung:

  • Datenerhebung, Dokumentation und Auswertung in realen Bauprojekten
  • Kontinuierliche Ermittlung und Dokumentation des BIM-Reifegrades der begleiteten Projekte
  • Praxisnahe und nachvollziehbare Bewertung von Erfahrungen und Erkenntnissen
  • Zuarbeit für Arbeitshilfen zum BIM-Handbuchs 2.0
  • Erarbeitung von Fallbeispielen und einem standardisierten Objektkatalog für Bauverwaltungen

Was Unternehmen aus dem Bundesbau-Ansatz mitnehmen können

Auch wenn das Projekt im öffentlichen Bau verortet ist, ist das Muster übertragbar: Neue Methoden skalieren nur, wenn Reifegrad, Praxisdaten und Arbeitshilfen zusammen gedacht werden. Für Unternehmen, die BIM (oder andere digital unterstütze Methoden) einführen, sind zwei Punkte besonders wertvoll:

  • Reifegrad nicht schätzen, sondern messen – wiederholbar, vergleichbar, handlungsleitend
  • Erfahrungen so dokumentieren, dass andere sie nutzen können (Fallbeispiele, Standards, Kataloge)

Projektinfo

Projekttitel

Wissenschaftliche Begleitung BIM für Bundesbauten

Stichworte

BIM-Reifegrad ermitteln, BIM-Einführung und Umsetzungsstrategien, BIM-Handbuch, Building Information Modeling Bundesbau

Projektlaufzeit

01.2022 bis 12.2025

Projektpartner

Die wissenschaftliche Begleitung wurde im Verbund umgesetzt:

  • Bergische Universität Wuppertal
  • Fraunhofer IBP
  • Fraunhofer IFF

Auftraggeber

Auftraggeber war das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) – vertreten durch das Amt für Bundesbau / Geschäftsstelle BIM Bundesbau.

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