Damit kritisches Know-how das Unternehmen nicht verlässt.
Unternehmen stehen immer häufiger vor der Herausforderung, das wertvolle Erfahrungswissen ihrer langjährigen Mitarbeitenden effizient zu sichern, zu reflektieren und für die zukünftige Anwendung aufzubereiten. Mit dem bevorstehenden Ruhestand einer ganzen Generation erfahrener Fachkräfte wird dieses Problem für viele Unternehmen akut. Tief in täglichen Abläufen, Entscheidungsmustern und impliziten Fähigkeiten verankertes Wissen ist oft nicht vollständig in Dokumentationen oder Handbüchern erfasst und droht damit unwiederbringlich verloren zu gehen. Aber es lässt sich systematisch sichern, wenn man die richtigen Methoden einsetzt.
Dafür brauchen Unternehmen agile Lern- und Anpassungsstrategien. Ein rascher und präziser Wissenstransfer ist entscheidend, um Fehlentscheidungen zu vermeiden, Einarbeitungszeiten zu verkürzen und neue sowie weniger erfahrene Teammitglieder effektiv zu integrieren – und letztlich die betriebliche Effizienz und Innovationsfähigkeit zu steigern.
Das Fraunhofer IFF erforscht Methoden und Technologien, mit denen sich implizites Erfahrungswissen (also Wissen, das Menschen besitzen, ohne es vollständig in Worte fassen zu können, oft erworben durch Erfahrung und Praxis) identifizieren, dokumentieren, digital aufbereiten und im Arbeitsprozess nützlich integrieren lässt. Ziel ist, dass Unternehmen handlungsfähig bleiben, schneller lernen und kritisches Know-how sicher in die Organisation überführen. Dazu verbinden wir narrative Methoden der Wissenserhebung (also Ansätze, die Geschichten und Erzählungen nutzen, um Erfahrungen und Erlebtes zu verstehen) mit digitalen Assistenzsystemen, KI-gestützten Dialogen und nutzeradaptiver Bereitstellung. So entsteht aus individuellem Erfahrungswissen ein nutzbarer Baustein für organisatorisches Lernen.