Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz verändert die Gesellschaft und ist einer der wichtigsten Trends in der Digitalisierung. Im Alltag unterstützt uns KI bei der Auswahl unserer Musik oder beim Online-Shopping; bei der Arbeit unterstützen uns KI-Assistenzsysteme, vom Aussortieren vom Spam-Mails bis zum Erkennen von Störungen in Produktionsabläufen. Künstliche Intelligenz zieht in mehr und mehr Unternehmen ein: in der Entwicklung, in der Produktion, im Controlling oder beim Personalmanagement und ständig werden neue Anwendungsmöglichkeiten erschlossen. Wir denken künstliche Intelligenz vom Menschen her – als Unterstützung für die tägliche Arbeit, als Entscheidungshilfe bei komplexen Fragestellungen oder zur Entlastung bei Routineaufgaben.

Was kann künstliche Intelligenz leisten?

Will ein Unternehmen bestimmte prozessrelevante Entscheidungen automatisieren, müssen die Regeln für die Entscheidungsfindung genau formuliert sein. Ohne Regelwerk können entweder keine Entscheidungen getroffen werden oder es besteht ein hohes Risiko für Fehler. Bei einfachen Problemstellungen, wenn nur wenige Informationen entscheidungsrelevant sind, fällt es Menschen leicht, diese optimalen Regeln selbst zu finden und festzulegen. In der unternehmerischen Praxis müssen aber Entscheidungen häufig auf der Grundlage riesiger, komplexer Datenmengen getroffen werden, die nicht mehr umfänglich von Menschen erfasst werden können. Das Ableiten der optimalen Regel für eine Entscheidungsfindung gleicht einer Herkulesaufgabe. Genau hier spielen maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz ihre Stärken aus. Maschinelles Lernen findet automatisiert die optimalen Regeln mit Hilfe der vorhandenen Datensätze und Informationen. Künstliche Intelligenz wendet diese Regeln direkt an – um den Fachkräften Informationen oder Warnmeldungen zu liefern oder sogar selbst Steuerungsaufgaben zu übernehmen.

Anwendungsbeispiele für KI im Unternehmen:

KI-basierte Qualitätskontrolle: Das optische Prüfen von Produkten und Bauteilen ist in vielen Branchen ein zentrales Instrument der Qualitätskontrolle. Die Verbindung von Machine-Vision-Systemen mit maschinellem Lernen ermöglicht es, die Bewertung von Defekten zu generalisieren und Fehler in verschiedenen Ausprägungen, an unterschiedlichen Positionen und auf bislang nicht gesehenen Bauteilen sicher zu erkennen.

Kollaborative und kontextsensitive Robotik: Roboter, die mit dem Menschen sicher interagieren sollen, müssen ihre Umwelt wahrnehmen können. In kontrollierten Umgebungen können Industrieroboter durch künstliche Intelligenz kollisionsfrei navigieren und Fertigungsaufgaben übernehmen.

Echtzeitanalysen in der Landwirtschaft: Auch vor der Landwirtschaft und Forstwirtschaft macht die Digitalisierung nicht halt. Maschinelles Lernen kann via Bilderkennung in Echtzeit die Pflanzengesundheit bestimmen oder Schädlinge erkennen. Künstliche Intelligenz kann bei der Entscheidung zur richtigen Menge Düngemittel oder geeigneter Schädlingsbekämpfung unterstützen.

Planung und Optimierung des Vertriebs: Basierend auf historischen Bestelldaten und Materiallieferungen unterstützt KI die Planung in der Distributionslogistik durch die Vorhersage von zu erwartenden Kundenbestellungen oder Lieferzeiten bei Materialien und Ersatzteilen.

KI-basierte Wartung und Instandhaltung: Eine KI-gestützte, vorausschauende Wartung ermöglicht eine bessere Vorhersage zum Anlagenzustand, vermindert Maschinenausfälle und Stillstandszeiten. Maschinelles Lernen liest dabei Sensoren und Wartungsprotokolle aus und vergleicht den Ist-Zustand mit Soll- oder Idealwerten. Künstliche Intelligenz erstellt Prognosen zu möglichen Anlagenstörungen und erlaubt es Anlagenbetreibern und Instandhalter:innen frühzeitig zu reagieren, für eine Anlagenwartung nach Bedarf und nicht nach Plan.

24/7-Kundenservice: Das automatisierte Sortieren und Priorisieren von Kundenmails oder die Beantwortung von Kundenfragen durch Sprachassistenten und Chatbots können im Kundenservice vieler Unternehmen Mitarbeiter:innen von Routineanfragen entlasten. Dahinter stecken beeindruckende Leistungen in der Spracherkennung und Sprachverarbeitung mit künstlicher Intelligenz.

KI für Energieprognosen: Mit der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energien und der schwankenden Einspeisung in unsere Stromnetze wächst auch das Risiko für große flächendeckende Blackouts. ML-Algorithmen können Daten aus Energiemanagementsystemen auswerten, typische Verbrauchsprofile erkennen oder bei Abweichungen und Störfällen das Fachpersonal alarmieren.

Unsere Lösungen für künstliche und industrielle Intelligenz in der Praxis

 

KI-CheckUp – Künstliche Intelligenz im Unternehmen einfach machen

Wir machen Ihre IT-Landschaft fit für künstliche Intelligenz, unterziehen Ihr Unternehmen einem gründlichen KI-CheckUp und sind Ihr Partner bei der Planung, Gestaltung und Einführung Ihrer KI-Strategie.

 

Nachhaltige industrielle Fertigung mit KI-Unterstützung

Um im globalen Wettbewerb dauerhaft bestehen zu können, müssen Unternehmen zeiteffizient, wirtschaftlich und ressourcenschonend produzieren. KI-gestützte Prognosen können bei der Umsetzung dieser Anforderungen helfen – auch bei komplexen Produktionsprozessen.

 

Digitalisierung in der industriellen Fertigung – mehr Transparenz in der Montage

Wurde die Kabinentür wie geplant geliefert? Weist sie die gleiche Temperatur auf wie der Flugzeugrumpf? Und funktioniert der Einbau wie vorgesehen? Das Fraunhofer IFF entwickelt digitale Mess- und Informationsnetzwerke, die mehr Transparenz in die Montageprozesse des Flugzeugbauers Airbus bringen. Ziel ist es, Störungen im Ablauf frühzeitig zu erkennen und das Zusammenspiel von Menschen und Maschinen zu optimieren.

 

Personaleinsatzplanung auf dem Shopfloor

Die zunehmende Volatilität am Markt verlangt zunehmend mehr Flexibilität bei der Produktion. So gewinnt das Thema Flexibilität bei der Personaleinsatzplanung an Bedeutung und Unternehmen sind auf eine bedarfsorientierte Steuerung von Fachkräften und Ressourcen angewiesen. 

 

Fischbestände mit künstlicher Intelligenz schützen

Wasserkraftanlagen in Flüssen sind nützliche Helfer beim Klimaschutz. Aber sie stören die Wanderbewegungen der Fische und können unter Umständen deren Bestand beeinträchtigen. Unser Unterwasser-Monitoring-System nutzt künstliche Intelligenz, um Fische auch im trüben Wasser zu erkennen und zu zählen. 

 

KI-Beratung für den Mittelstand bei vernetzt wachsen

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg „vernetzt wachsen“ gehört zu Mittelstand-Digital. Mit Mittelstand-Digital unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen und dem Handwerk.

 

Digitale Werkzeuge für integrierte Infrastrukturen

Wir entwickeln zusammen mit unseren Partnern aus der Industrie intelligente Lösungen, die Energiesysteme und Energieanlagen zukunftsfähig machen. Durch den Einsatz digitaler Technologien werden Systeme und Betriebsabläufe im Unternehmen effizienter, wirtschaftlicher und nachhaltiger.

 

Intelligente Sensorik für eine nachhaltige und effiziente Landwirtschaft

Wir entwickeln anwendungsspezifische digitale Tools aus der Verbindung von (Spektral-)Sensorik und künstlicher Intelligenz für die smarte landwirtschaftliche Produktion.

 

Daten gewinnen mit einer mobilen Multi-Sensor-Plattform

Daten sind Voraussetzung für Digitalisierung und für die Verbesserung existierender Systeme und Prozesse. Wir erfassen mit vielseitiger Sensorik die verschiedenen Dimensionen, um eine optimale Datenbasis für Methoden des maschinellen Lernen und der künstlichen Intelligenz zu schaffen und Zusammenhänge und Korrelationen aufzuzeigen.

 

Maschinelles Lernen in der Produktion – Fraunhofer-Leitprojekt ML4P

Im Leitprojekt »ML4P« forschen sechs Fraunhofer-Institute unter Leitung des Fraunhofer IOSB an Methoden und Werkzeugen, um systematisch Potenziale des maschinellen Lernens im Produktionsumfeld zu erschließen.

 

Echtzeitsteuerung von mobilen Robotern

Echtzeitfähige Steuerung und Regelung von mobilen Robotern mittels verteilter Logiken.

 

Maschinelles Lernen für sichere Assistenzrobotik

Der am Fraunhofer IFF entwickelte Assistenzroboter ANNIE ist ein vielseitiger mobiler Manipulator und zielt auf den zukünftigen Einsatz für Aufgaben im industriellen und gewerblichen Bereich. Schwerpunkt dabei sind Anwendungen, die mit herkömmlicher Automatisierung nicht oder nur bedingt wirtschaftlich lösbar sind.

 

Nutzer- und Intensionserkennung mittels drucksensitivem Fussboden

Durch die Integration taktiler Sensoren in Fußbodenbeläge können auf den Boden einwirkende Kräfte genauestens und ortsaufgelöst erfasst werden. In Verbindung mit maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz erkennt ein solcher intelligenter Fußboden genau, wo sich Personen aufhalten und in welche Richtung sie sich bewegen wollen.

 

Handlungserfassung und Arbeitsraumüberwachung mit LiDAR-Sensoren

Auf Basis der hohen Genauigkeit der 3D-Punktewolken und der Echtzeitverfügbarkeit der Daten, lassen sich Anwendungen zur Analyse dynamischer Arbeitsabläufe entwickeln. Mittels der 3D-Daten können einzelne Objekte segmentiert, durch KI-Methode klassifiziert und innerhalb des Arbeitsraums getrackt werden.

 

Taktile Greifsysteme

Das Handling von Objekten ist eine der wichtigsten Aufgaben in der Industrie- und Servicerobotik. Die verwendeten Greifer sind meist an die Objekteigenschaften angepasst und üben eine konstante Greifkraft aus. Häufig ist jedoch eine dynamische und objektspezifische Anpassung der Greifkraft notwendig, um Objekte nicht zu beschädigen.

 

Steuerung und Überwachung von Energiesystemen im Energy Operation Centre

Die zunehmende Dynamik von Energiesystemen erfordert eine genaue Kenntnis über den aktuellen Systemzustand. Dieser ist Voraussetzung dafür wirksame Gegenmaßnahmen kurativ oder präventiv einzuleiten. 

 

Digitale Tools für die smarte, zukunftsfähige Landwirtschaft

Im Projekt »COGNAC« forschen acht Fraunhofer-Institute unter der Leitung des Fraunhofer IESE in Kaiserslautern an Lösungen für das Smart Farming, die Landwirtinnen und Landwirte dabei unterstützen, ihre landwirtschaftlichen Produkte sowohl effizient und qualitativ hochwertig als auch umwelt- und ressourcenschonend zu produzieren. 

 

Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen

Nachhaltige und klimaschonende Logistik zahlt sich aus. Die Gestaltung ressourcenschonender Logistikprozesse ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll, um diese auch unter sich verändernden Klima- und Umweltbedingungen wirtschaftlich, effizient und verantwortungsvoll betreiben zu können.

 

Echtzeit-Analysen für die Getreideernte

Welche Qualität hat das Getreide? Wieviel Proteine und Öl enthält das Korn? Das Fraunhofer IFF entwickelt Messverfahren, mit denen sich zukünftig Gerste oder Weizen in Echtzeit analysieren lassen. Landwirte können damit in Zukunft schon während der Ernte standortspezifisch die Qualität ihrer Ware dokumentieren. Lebensmittelerzeuger wiederum können damit ihre Prozesse für eine Produktion auf gleichbleibend hohem Niveau steuern.

 

Hyperspektrale Soft-Sensorik für das Monitoring im Weinbau

Der Weinanbau ist ein Wirtschaftszweig von globaler Bedeutung mit hohen Ansprüchen an die Erzeugerqualität. Mittels eines durchgehenden digitalen und durch Sensoren unterstützten Monitorings soll frühzeitig auf Risiken reagiert werden.

 

IIPA

Im Projekt IIPA wird ein integrierter, intelligenter projektionsbasierte Assistent entwickelt, der durch kamerabasierte Gestenerkennung und visuelles Feedback eine intuitive Interaktion ermöglicht.

 

Nachwuchforschungsgruppe Kognitive Arbeitssysteme im menschzentrierten Umfeld

 

Transparente Fabrik

Die Digitalisierung in der Produktion bietet neue Möglichkeiten, Prozesse, Maschinen und Produkte zu gestalten und sinnvoll miteinander zu kombinieren. Wir entwickeln maßgeschneiderte Werkzeuge und Konzepte für Ihr Unternehmen, welche Informationsflüsse sichtbar und Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge verständlich machen.

 

Vorausschauende Instandhaltung

Für eine smarte, zustandsorientierte Instandhaltung ist es wichtig, den aktuellen technischen Zustand einer Anlage genau zu erfassen  und Veränderungen zu prognostizieren, um daraus Entscheidungsunterstützungen für Instandhaltungsmaßnahmen  abzuleiten.

 

Maschinelles Lernen zur 3D-Objektidentifikation in bildbasierten Geodaten

Gemeinsam mit der GEO-METRIK-Ingenieurgesellschaft mbH Stendal arbeiten wir im Forschungsvorhaben »MaLe3D-GEO« an Algorithmen zur Steigerung von Prozessautomatisierung und Qualität der Objekterkennung aus bildbasierten Geodaten. 

Was ist eigentlich eine künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz ist ein Überbegriff für vom Menschen entwickelte Computeranwendungen, die sich ähnlich intelligent verhalten wie Menschen – also Sprache verstehen und von sich geben, Bilder erkennen, Texte übersetzen, Daten beurteilen oder Probleme lösen können. KI-Systeme haben die Fähigkeit, Aufgaben ohne die konstante Anleitung eines Menschen selbstständig auszuführen, aus ihren Erfahrungen zu lernen und ihre Leistung zu verbessern.

Generell wird bei den Systemen unterschieden zwischen schwacher und starker KI:

  • Schwache oder enge KI (Weak oder Narrow AI): Im Gegensatz zu Menschen, die viele unterschiedliche Problemstellungen bearbeiten können, erlernt und erledigt eine KI meist nur eine ganz spezielle Aufgabe. Innerhalb ihres Spezialgebietes arbeitet die KI allerdings auf sehr hohem Niveau, ist dort schneller und fehlerfreier als der Mensch. Alle aktuell vorhandenen KI-Lösungen fallen in diese Kategorie.
  • Starke KI (General oder Strong AI): Eine starke KI, die über die gleichen intellektuellen Fähigkeiten wie ein Mensch verfügt und unterschiedlichste Aufgaben erfüllen kann, ist noch Science Fiction.

Wie wird eine künstliche Intelligenz entwickelt?

Ein normales Computerprogramm besteht aus festen regelbasierten Wenn-Dann-Anweisungen. Bei einer künstlichen Intelligenz werden Programmschritte nicht einzeln vorgegeben, sondern es wird ein Algorithmus, also Computercode, entwickelt, der die notwendigen Schritte selbst lernt.

Ein einfaches Beispiel: Eine KI soll Maschinen optimal mit Schmiermitteln versorgen. Ausgangsbasis für die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz ist immer eine Vielzahl von unstrukturierten Datensätzen – in diesem Beispiel Sensordaten zu Menge und Viskosität des Schmiermittels in der Anlage (=Trainingsdaten) sowie die vorher definierten Bewertungsbereiche »genug« oder »zu wenig« von Anlagenpersonal bzw. Instandhalter:innen (=Muster) – und ein Algorithmus. In der Lernphase wird der ML-Algorithmus mit den Trainingsdaten »gefüttert« und ihm wird auch zurückgemeldet, ob er die Sensordaten korrekt zuordnet. So findet der ML-Algorithmus selbstständig die Parameter und Regeln, die am besten zu den Eingabedaten und den gewünschten Bewertungsbereichen passen (=überwachtes Lernen) und perfektioniert sich dabei ständig selbst. Kleiner Exkurs: Werden keine festen Bewertungskriterien vorgegeben, können ML-Algorithmen in den Eingabedaten auch selbst Muster oder Cluster bilden – im Beispiel entstehen so vielleicht mehrere Cluster für frisches Schmiermittel, zu dickes Schmiermittel oder Schmierstoff mit zuviel Verschmutzungen (=unüberwachtes Lernen). In beiden Fällen ist das Ergebnis ein ML-Modell: Ein trainiertes Machine-Learning-Verfahren, dass eine komplette Beschreibung über eine Menge Parameter liefert und Informationen darüber, wie sie benutzt werden müssen. Eine künstliche Intelligenz kann auf Basis dieses ML-Modells nun Vorhersagen und situationsbezogene Entscheidungen treffen; also im Beispiel die Anlage punktgenau mit mehr Schmiermittel versorgen oder die Instandhaltungsfachkräfte bei mangelhafter Viskosität des Schmiermittels warnen.

Was in diesem Beispiel noch recht simpel klingt, wird umso schwieriger und komplexer je mehr Datensätze miteinander verknüpft und ausgewertet werden müssen. Gerade bei komplexen Optimierungsproblemen mit einer Vielzahl von Sensordaten lässt sich die riesige Datenmenge eben nur noch mit künstlicher Intelligenz (zeitlich) sinnvoll auswerten.

Stichworte

Künstliche Intelligenz, Artificial Intelligence, Maschinelles Lernen, Machine Learning, Algorithmen, Echtzeitdaten, Echtzeitanalysen, Big Data, Software, Digitalisierung, Industrie 4.0